Lohnt sich ein Gap Year für mich?

Du überlegst gerade, was du nach der Schule machen sollst? Oder du weißt schon, dass du Erfahrungen im Ausland sammeln möchtest? Jährlich entscheiden sich mehr als 18.000 junge Deutsche im Alter zwischen 16 und 25 Jahren für ein Gap Year im Ausland, wobei 49 Prozent davon Frauen sind und 51 Prozent Männer. Es gibt dabei viele Möglichkeiten, ein Gap Year zu gestalten. Abseits von Klassikern wie als Au Pair arbeiten oder ein Sprachsemester im Ausland absolvieren, existieren zahlreiche Alternativen. Alles rund um das Thema Gap Year findest du in diesem Artikel!

Was genau ist ein Gap Year und wie kann ich davon profitieren?

Ein Gap Year (wörtlich übersetzt „Lückenjahr“) ist ein Auslandsjahr, das zeitlich zwischen zwei wichtigen Lebensabschnitten liegt. Es handelt sich in der Regel um die Zeit nach dem Abi und vor dem Studium oder die Zeit zwischen den Bachelor und dem Master. Im Allgemeinen wird diese Zeit im Ausland sinnvoll genutzt, da man jede Menge Auslandserfahrungen sammeln, Sprachkenntnisse verbessern oder eine neue Fremdsprache lernen kann. Dies macht sich positiv im Lebenslauf und stärkt die eigene Persönlichkeit.

Es gibt verschiedene Möglichkeiten, wie man ein Gap Year gestalten kann. Zu den beliebtesten Aktivitäten gehören: Sprachenjahr/Sprachsemester, Sprachkurs oder Sprachkurs plus Praktikum, Jobben, Au Pair, Farmarbeit im Ausland oder ein Freiwilligendienst bei einer Hilfsorganisation.

Wie viel kostet ein Gap Year? Wie kann ich mich dabei  finanzieren?

Die Kosten für ein Gap Year hängen von deinen Plänen, der Länge deines Aufenthalts und dem Land, in dem du dich aufhalten willst, ab. Ein Beispiel kann das zeigen: Es ist ein Unterschied, ob du als Au Pair im Ausland arbeitest und somit freie Kost, Logis und oft sogar ein Taschengeld bekommst oder ob du ein Auslandspraktikum machst, das in der Regel unbezahlt ist.  Mit noch mehr Ausgaben musst du rechnen, falls du eine Sprachreise planst.

Nur selten können junge Menschen diese Kosten alleine tragen. Wenn finanzielle Unterstützung durch die Eltern nicht in Frage kommt, kann man verschiedene Fördermöglichkeiten in Anspruch nehmen. Bei einem Studium im Ausland kann man sich zum Beispiel

  • für Stipendien bewerben (z.B. bei DAAD-Stipendien, Auslands-BAföG…)
  • einen Studienkredit aufnehmen

Falls du dich für einen Freiwilligendienst im Ausland interessiert, kannst du dich nach den folgenden Programmen erkundigen:

  • „Europäischer Freiwilligendienst“
  • „weltwärts“
  • „kulturweit“ 

Sollte ich ein Gap Year einlegen?

Ob ein Gap Year für dich persönlich empfehlenswert ist oder nicht, hängt von vielen Faktoren ab. Als Entscheidungshilfe kann dir die folgende Pro-und-Contra-Liste nützlich sein:

Ein Gap Year bringt viele Vorteile mit sich:

  1. Selbstständigkeit: Ein Gap Year im Ausland zu absolvieren bedeutet, mit  vielen Herausforderungen konfrontiert zu werden und Gelegenheit zu bekommen, auf eigenen Beinen stehen zu lernen und von den Eltern unabhängig zu werden.
  2. Neue Fähigkeiten und Erfahrungen: Dadurch, dass man an neuen Herausforderungen wächst, stärkt man sein Selbstvertrauen und sammelt wichtige Erfahrungen fürs Leben. Außerdem lernt man oft eine neue Fremdsprache oder verbessert bereits bestehende Fremdsprachenkenntnisse. Durch das neue Umfeld lernt man wiederum eine neue Kultur und Lebensweise kennen und der persönliche Horizont wird erweitert.
  3. Selbsterkenntnis: Viele machen einen Auslandsjahr, um sich selbst zu finden und um wichtige Entscheidungen für die Zukunft treffen zu können. Solche  Möglichkeiten bietet das Gap Year tatsächlich und man bekommt die Chance, sich selbst besser kennen zu lernen. 
  4. Neue Freunde und Kontakte: In einem Gap Year bekommt man jede Menge Gelegenheit, neue Freundschaften zu schließen und Kontakte für die Zukunft zu knüpfen. Von diesen internationalen Beziehungen kann man später noch zehren und neue Freunde immer und überall besuchen oder seine Netzwerk Kontakte aktivieren, wenn man einen neuen Job sucht.
  5. Pluspunkte für Lebenslauf: Von einem Gap Year profitierst du auch, da ein Auslandsjahr von potenziellen Arbeitgebern sehr geschätzt wird. Ein Auslandsjahr macht sich gut im Lebenslauf und verbessert deine beruflichen Chancen.

Ein Gap Year hat aber auch seine Schattenseiten:

Stress: Die Zeit im Ausland muss aufwendig geplant und organisiert werden  (Flüge buchen, Visa beantragen, Unterkunft suchen…), was von vielen als Stress empfunden wird. Aber auch vor Ort muss man täglich zahlreiche größere oder kleinere Entscheidungen treffen können und definitiv die eigene Komfortzone verlassen. Das ist nicht jedermanns Sache.

Heimweh: Auch wenn es momentan trotz räumlicher Trennung (zum Beispiel durch den Umzug in eine Universitätsstadt) noch  ziemlich einfach ist, den Kontakt zu Familie und Freunden zu halten, kann es besonders am Anfang schwierig sein, alleine in einem fremden Land zurechtzukommen und sich an eine neue Umgebung ohne bekannte Gesichter zu gewöhnen.

Kosten: Egal, wie schön es klingt, eine längere Zeit im Ausland zu verbringen ist immer eine teure Angelegenheit. Auch wenn man finanzielle Unterstützung durch ein Förderprogramm erhält, sollte man immer mit zusätzlichen Kosten rechnen und lieber möglichst früh mit dem Sparen anfangen.

Wo kann man ein Gap Year machen und für wie lange?

Ein Gap Year verbringt man logischerweise im Ausland. Dabei muss man nicht unbedingt für ein ganzes Jahr verreisen. Zu den beliebtesten Reisezielen zählen dabei: Großbritannien, Irland, die USA, Kanada, Australien, Südafrika, Schweden, Frankreich, Spanien und Neuseeland. Die meisten jungen Menschen verbringen ein bis zehn Wochen im Ausland.

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